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Artikelsuche nach …14.12.2009
Gute Lage – schlechte Zeiten?
Die Ansprüche von gewerblichen Mietern sind eben andere als die von Wohnungsmietern. Und leider ist nicht zu selten das Ergebnis ein ungenutzter Leerstand oder auch der Umbau in eine Mietwohnung - welcher oft das ganze Haus in der Optik belastet. Eine erfolgreiche Vermietung als Wohnung im Erdgeschoss ist kein „wirklicher" Selbstgänger. Dabei sind die Gewerbeflächen mit wichtigen ungenutzten Potentialen versehen. Sie müssen nur geweckt werden! Wo ehemals eine Schilderdruckerei in den 50er Jahren existieren konnte und fabrikähnliche Räume mit Milchglasscheiben das Gesamtbild prägten, ist nach dem Ende des Betriebes trostlose Ruhe eingekehrt. Kunden kamen nicht mehr und auch die Besucher der Straße haben die sichtbare Verschlechterung der Lage wahrgenommen. Hier geht man nur noch vorbei, wenn man wirklich muss. Der Mietausfall und die in der Folge rückgängige Qualität der Mieter in den Wohnungen drücken zudem den Wert der ehemals guten Lage. Es waren eben schlechte Zeiten für diesen Standort. Aber ist das wirklich alles so einfach? Muss man die Entwicklung so hinnehmen und warten bis der „eine" Mieter kommt, der genau an diesem Standort fabrikähnliche Räume sucht? Und wird sich dann die ehemals gute Lage wieder erholen, im neuen Glanz erscheinen? So einfach ist das nicht. „Eigentum verpflichtet", lehrt uns schon das Grundgesetz - als Säule unserer nach Freiheit und Demokratie strebenden Gesellschaft. Eine Verpflichtung, die wir allzu gerne übersehen und „delegieren". Erst wenn die „anderen" etwas machen, sind wir bereit „mitzumachen". Nur wenn wir unbedingt müssen, investieren wir in Eigentum. Sicher, es gibt auch Ausnahmen - aber besonders in „schlechten Zeiten" wird diese Eigenschaft sichtbarer als sonst. Ein neues Nutzungskonzept als Weinladen und daneben eine kleine Galerie sowie eine Schneiderei veränderten nach der überschaubaren Umbauphase nicht nur das Bild des Hauses, sondern vielmehr noch: Hier wird ein ganzes Stadtquartier nachhaltig neu geprägt! Andere Gewerbebetriebe fühlen sich in diesem Umfeld wohl und kommen hierher. Bestehende Unternehmen spüren die Verbesserung. Ebenso die Mitarbeiter und besonders die Bewohner erleben eine neue gute Zeit. Hier kommt man wieder gerne her, hier lebt es sich gut! Es gilt eben auch hier: Wer nicht mit der Zeit geht, der „geht" mit der Zeit! Investieren Sie in neue Konzepte, gehen Sie auf die Ideen und Wünsche möglicher Unternehmen als Mieter ernsthaft ein - immer mit der Brille der ökonomischen Nachhaltigkeit, es muss sich auch irgendwann rechnen - aber nur so erhalten Sie die Werte für sich und folgende Generationen. Was für das Mehrfamilienhaus gilt, trifft auch auf das Einfamilienhaus zu. Was in den 60er und 70er Jahren als schick und wertvoll galt, wie z.B. die Kellerbar, ist heute mit einer solchen Nutzung nahezu „unverkäuflich". Auch wenn die Lage des Hauses gut ist - den wirklichen Wert erhält man nur, wenn es immer wieder eine „Anpassung" an die aktuelle Zeit, an Trends und gesellschaftlich relevante Themen gibt. Keiner ist letzten Endes gezwungen dies umzusetzen, aber im Verkaufsfall muss man einen deutlichen Abzug vom Preis vornehmen, weil das Haus mit seiner Nutzungskonzeption nicht mehr dem Zeitgeist entspricht - ein Warten auf den „richtigen" Käufer kann sonst sehr, sehr lange dauern.
Ihr Ingmar Behrens
Ihr Ingmar Behrens